Mallorca / Islas Baleares

Bienvenido a Mallorca!

Motorradfahren auf Mallorca - das ist Spaß pur: Super Straßen, kurvige Routen durchs Gebirge - Wer´s nicht ausprobiert hat, wird es kaum glauben. Wer es probiert hat, kommt wieder!

 

Motorradfahren...

Fahrtechnik, Tipps und Tricks:

Kurvenfahren

Das Kurvenfahren und die damit verbundene Schräglage machen einen Großteil der Faszination Motorrad aus. Tolle Kurven mit viel Schräglage fahren - das will freilich jeder können. Wer seine Fahrkünste verbessern will, sollte auch die Fahrphysik verstehen, die einer gelungenen Kurvenfahrt zu Grunde liegt.

 

 

Grundhaltung auf dem Motorrad

• Locker sitzen

• Füsse mit Ballen auf den Rasten

• Knie eng an den Tank (Knieschluss)

• Beide Hände am Lenker, Griffe locker gefasst

• Tiefe Schultern (keine Verkrampfung in Schultern-/Halsbereich)

• Kopf gerade

Auf dem Motorrad sitzen soll bequem sein. Der Lenker muß nicht super fest umklammert werden. Der Lenker dient nur zum Lenken. Also locker lassen und Kräfte sparen! Jegliche körperliche Anstrengung schwächt die Konzentration, die Ausdauer und die Freude am Fahren.

 

Wie wird ein Motorrad überhaupt gelenkt ?

Die meisten glauben, dass der Lenker auf der Innenseite der Kurve nach unten gedrückt werden muss um das Motorrad in Schräglage zu bringen. Das ist aber falsch. Gelenkt wird (außer beim langsamen Rollen) indem der Lenker beim Einfahren in die Kurve etwas entgegen der Fahrtrichtung bewegt wird. Dadurch verschiebt sich die Auflagefläche des Vorderrades. Die Verschiebung der Auflagefläche bewirkt, dass der Schwerpunkt nicht mehr exakt über der Auflagefläche liegt und das Motorrad daraufhin zur Kurveninnenseite kippt. Ein Teil der Kraft, die beim vermeintlichen Herunterdrücken des Lenkers aufgewendet wird, bewirkt eine leichte Drehung des Lenkers (der Fahrer drückt ja nicht senkrecht sondern schräg nach unten). Der Rest der Kraft wird vergeudet indem gegen die Kreiselkräfte der Räder gearbeitet wird.

  • Lenker nach rechts - Auflagefläche wandert nach rechts und Motorrad kippt nach links
  • Lenker nach links - Auflagefläche wandert nach links und Motorrad kippt nach rechts

Blickrichtung

Der Blick und somit auch der Kopf sind möglichst weit nach vorne in Fahrtrichtung gerichtet. Dies erreicht man am besten mit einer horizontalen Kopflage.

Vor der Einfahrt in die Kurve ist diese natürlich auch anzuschauen, danach ist der Blick aber an den Kurvenausgang zu richten. Bei uneinsehbaren Kurven ist der Blick soweit wie möglich nach vorne zu richten. Die Geschwindigkeit muss angepasst werden. Ein Anhalten auf Sichtweite muss möglich sein!

Ein häufiger Fehler von Fahrneulingen besteht darin, nur bis kurz vor das Vorderrad zu schauen. Der Blick sollte hoch gehalten werden damit Strassenschilder, Schlaglöcher, Bitumen und die Verkehrssituationen allgemein frühzeitig eingeschätzt werden können. Der Blick bleibt dabei nicht auf ein Objekt fixiert sondern schweift immer voraus. Wer seinen Blick nicht nach oben richtet, wird ständig zu spät dran sein, muss seine Maschine schneller bedienen und wird von den Ereignissen überrascht werden.

Mit einer vorausschauender Fahrweise wird das gefühlte Tempo verlangsamt, da man so mehr Zeit bekommt auf seine Umgebung zu (re)agieren.

 

Schräglage

Die Kunst ist den Lenker so weit zu verdrehen, dass ein Gleichgewicht zwischen den Fliehkräften und der Schwerkraft entsteht:

  • Die Fliehkraft versucht in der Kurve das Motorrad nach außen zu drücken während
  • die Schwerkraft das "kippende" Motorrad zur Kurveninnenseite zieht.
  • Je weiter der Lenker gedreht wird desto mehr kippt das Motorrad und desto schneller kann oder muss auch die Kurve gefahren werden.

 

Je schneller der Fahrer in der Kurve ist, desto höher ist die Fliehkraft desto mehr Schräglage (und damit Schwerkraft) muss entgegenwirken.

Bodenhaftung

Damit uns bei der gewählten Schräglage die Reifen nicht wegrutschen, ist ein gewisses Maß Bodenhaftung (=Grip) notwendig. Der verfügbare Grip hängt von vielen Faktoren ab:

  1. Zustand der Fahrbahn (neuer/alter Belag, saubere/verschmutzte/ebene/unebene/trockene/nasse Oberfläche) Qualität der Reifen Temperatur der Reifen Reifenbreite Reifenprofil Neureifen
  2. Gewichtsverteilung auf dem Motorrad

Zu 1. möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen weil es selbstverständlich sein dürfte, dass eine nasse und verschmutzte Strasse weniger Grip bietet als eine saubere und trockene.

Dass Qualtitätsreifen besser sind als Noname-Billigprodukte aus dem Baumarkt ist wohl auch klar. Ebenfalls dass Reifen erst mal auf Betriebstemperatur gebracht werden müssen.

Je breiter ein Reifen ist, desto größer ist seine Auflagefläche und damit der Grip. Je glatter der Reifen ist, desto größer ist seine Auflagefläche und damit der Grip.

Achtung bei Neureifen! Diese haben ab Werk eine Schutzschicht, die den Reifen vor Alterung schützen soll. Leider ist die Schutzschicht sehr rutschig.

Je höher das Gewicht ist, das der einzelne Reifen tragen muss, desto höher sind die Fliehkräfte, die auf den Reifen wirken. Ziel muss es also sein das Gewicht auf alle Reifen möglichst gleich zu verteilen bzw. etwas mehr Gewicht nach hinten zu verlagern weil dort der breitere Reifen montiert ist.

Tipps für richtiges Kurvenfahren:

  • Vor der Kurve durch weites Vorausschauen den Kurvenverlauf möglichst früh abschätzen. Tempo durch Gaswegnehmen, Zurückschalten oder Bremsen entsprechend regulieren.
  • Rechtskurven von der Fahrbahnmitte, Linkskurven vom Fahrbahnrand anfahren. Auf ausreichende Seitenabstände achten.
  • Den Blick weit voraus tief in die Kurve schweifen lassen und möglichst früh das Kurvenende suchen.

Gegenlenken

Viele Lenken aus Gewohnheit und sind sich des Gegenlenkens gar nicht bewusst. Beim Einlenken in die Kurve wird der Lenker in die Gegenrichtung bewegt, als man eigentlich fahren will. Will der Fahrer eine Rechtskurve fahren, wird der Lenker zuerst nach links gedrückt (am linken Griff ziehen, am rechten Griff stossen) damit das Motorrad in die Schräglage nach rechts fällt.

 

1. Haltung in der Kurve

Allgemein gibt es vier verschiedene Körperhaltungen/Fahrweisen, wie eine Kurve gefahren werden kann:

1. Normale Position (Körper und Maschine bilden eine Linie)

2. Legen (der Fahrer ist stärker zum Boden geneigt als das Motorrad)

3. Drücken (das Motorrad ist stärker zum Boden geneigt als der Fahrer)

4. Hang off (der Fahrer hängt neben der Maschine)

 

2.1 Zentriert / Legen

Zentriert sitzen entspricht der Grundhaltung auf dem Motorrad. Sie wird gewählt, wenn die Fahrweise (noch) keine Grenzen der Schräglagenfreiheit oder des Gripps erreichen. Dies ist der allgemein gängige Fahrstil.

 

3.1 Drücken

Wenn der Fahrer selber die Schräglage seines Motorrades nicht mitgeht, sondern den Oberkörper aufstellt, nennen wir dies „Drücken“. In diesem Fall wird grösstenteils das Motorrad in die Kurve gedrückt. Diesen Fahrstil wenden Offroader (Motocross, Enduro, Endurowanderer) sowie Supermotorradfahrer an.

Der Grund für diese Haltung liegt – wie so oft in der Physik. Durch diese Haltung wird ein grosser Teil der Fliehkraft der Masse des Fahrers nicht in die gleiche Richtung wie die Fliehkraft des Motorrades gedrückt.

Das bedeutet: die Reifen müssen weniger Seitenkräfte auf den Boden übertragen.

Beim Supermoto siehe Bild ergibt sich eine grössere Schräglage und daher ermöglicht es höhere Kurvengeschwindigkeiten. Die Reifen könnten die maximale Schräglage einer Supermotomaschine inkl. Fahrer gar nicht übertragen. Beim offroaden können die Reifen auf losem Untergrund ebenfalls nicht so viel Kraft übertragen, wie dies ein aufrecht sitzender Fahrer samt Maschine in der Kurve erzeugen würde. „Drücken“ wird also da angewendet, wo die Reifen aufgrund der erzeugten Schräglage den Gripp nicht mehr auf den Boden bringen können. Zudem sind mit dem Drücken schnellere Kurvenwechsel möglich, da weniger Masse (der Fahrer bleibt ja aufrecht) bewegt werden muss.

4.1 Hanging-Off

Beim Hanging-Off setzt der Fahrer den Körper neben die Maschine in die Kurveninnenseite. Der Grund liegt darin, dass der Fahrer so den Schwerpunkt von Mensch und Maschine nach unten bringen kann. Das Resultat liegt darin, dass er so weniger Schräglage bei gleich bleibender Geschwindigkeit fahren kann, als wenn er zentriert auf dem Motorrad sitzt.

Motorradachse / Körperachse

Natürlich ist aber nicht die Absicht weniger Schräglage zu fahren, sondern möglichst viel Geschwindigkeit fahren zu können, wenn das Motorrad nicht mehr Schräglage zulässt.

 

 

Foto:Cala Millor 2008

 

Der Knieschleifereinsatz hat mit dem Hanging-Off an sich nichts zu tun. Hanging-Off kann man auch mit anliegendem Knie fahren. Der Knieschleifer dient dem Fahrer nur als Sensor, wie schräg er fährt, und wie viel allenfalls noch drin liegt. Natürlich bringt aber jedes Kilo Körpermasse, dass näher an der Fahrbahn liegt, den Schwerpunkt weiter nach unten.

 

 

Anbremsen...mein Tipp...

 

Aufgrund der Leistung eines Super-Bikes musst du darauf achten, ob eine Kurve bergauf oder bergab verläuft. Bevor ich bremse, rutsche ich ein Stück vom Sitz auf die Innenseite. Ich mache das schon sehr früh, um das Motorrad in der Anbremsphase und am Kurveneingang nicht durch die Bewegung nervös zu machen.

Ich bremse zu 95 Prozent vorn. Man setzt die Bremse hinten also wirklich nur zur Verzögerung ein. Das hilft nicht wirklich viel, aber fünf Prozent ist besser als nichts. Ich bremse vorne übrigens mit drei Fingern.

Am Anfang des Bremsvorgangs steht die Aufgabe, das Motorrad möglichst stark abzubremsen. Dazu verzögert man so hart wie möglich und setzt zusätzlich den Körper ein, indem Arme und Beine abgespreizt werden. Außerdem rutsche ich auf dem Sitz nach hinten, um das Motorrad zu stabilisieren.

Auf den ersten Metern sind die Arme komplett durchgestreckt. Danach beginnt man, das Motorrad auf die Kurve vorzubereiten und löst die Bremse wieder etwas. Man musst einen Punkt finden, an dem man immer noch hart verzögert, ohne das Vorderrad zu blockieren.

Ich persönlich bremse auf meiner CBR 600 generell nicht so tief in die Kurve, da sonst zu viel Kurvenspeed verloren geht. Der Moment, in dem man die Bremse wieder löst, ist extrem wichtig. Wenn man nur zehn Meter länger bremst, verliert man die Kurvenspeed.

Deshalb darauf achten, die Bremse so früh wie möglich loszulassen.

Am Kurveneingang sind deine Arme relaxed. Du lenkst ein und versuchst, die richtige Linie zu finden. Der Moment in dem du die Maschine umlegst, entscheidet über die Linie und ist deshalb auch extrem wichtig. Um den ersten Scheitel richtig zu erwischen, darf man nicht zu früh einlenken, sonst kommt man zu weit raus und erwischt nicht den richtigen Radius. In der Kurve selbst arbeite ich hauptsächlich mit Körper und Knie, um die Linie zu halten.

 

Spiel mit dem Limit

Dort löse ich die Bremse und gehe sofort sehr früh ans Gas. Nicht wirklich hart, nur ein wenig, um das Motorrad auf die Beschleunigungsphase vorzubereiten. Die Drehzahl hängt von der Kurve ab.

Auch für brenzlige Situationen gibt es einen Tipp (von Rossi): "Wenn du das Vorderrad verlierst, kannst du versuchen, das Bike mit dem Knie wieder hochzudrücken. Aber mit den Bridgestones verlierst du das Vorderrad einfach nicht. Am Anfang ist es sehr schwer, mit den Bridgestones zu recht zu kommen.

Das Wichtigste ist, ständig Druck auf die Reifen auszuüben. Die Reifen müssen arbeiten (Tipp von Jorge Lorenzo). Da der Reifen sehr steif ist, springt er bei wenig Belastung schnell in seine Ursprungsform zurück. Dadurch wird die Auflagefläche kleiner und man verliert Grip. In der Kurve sollte es deshalb keinen neutralen Punkt geben. Ab dem Moment, an dem du von der Bremse gehst, musst du versuchen, durch Schräglage und Körpereinsatz Gewicht auf die Reifen zu bekommen. Selbst beim Beschleunigen ist es wichtig, das Gewicht nach vorn zu verlagern, um die Linie zu halten. Um das zu erreichen, bremse ich hinten mit und lehne mich weit nach vorne", fasst Lorenzo die Problematik der Bridgestone zusammen.

Vollgas

Sobald ich das Gas aufziehe, kontrolliere ich das Bike mit Körper und Fuß. Ich übe Druck auf die innere oder äußere Raste aus, um je nach Bedarf mehr oder weniger Grip zu bekommen. Wenn ich das Gas öffne, verlagert sich das Gewicht nach hinten und ich muss ungefähr so etwas machen, um das Bike aufzurichten, "mehr Gummi auf den Boden bekommen um somit härter beschleunigen zu können". Jetzt sind wir etwa bei 13.000/min. Ich richte das Bike über die Lenkerenden, Gewichtsverlagerung und Druck auf die äußere Fußraste auf. Mike Doohan hat diese Bewegung als Erster auf der 500er vorgemacht.

 

Mann darf auch nicht zu früh Vollgas geben, sonst trägt es dich zu weit nach außen. Andererseits, wenn du spät voll aufziehst, nutzt du nicht die ganze Strecke und verlierst Zeit. Die Kunst ist, den richtigen zu Moment finden, um das Gas aufzuziehen und die volle Streckenbreite zu nutzen.

Wenn das Hinterrad anfängt zu rutschen, versuche ich, mein Gewicht zu verlagern. Das hilft, eine gute Balance und mehr Traktion zu finden und hält das Motorrad auf der richtigen Linie. Manchmal lehne ich mich auch nach vorn, um den Wheelspin zu erhöhen.

 

(siehe auch Artikel: Bremsen)

 

Kurvenfahren üben:

Tipp:


Um Kurven zu üben, suche dir eine unbelebte Strecke und fahre alleine. Dann hetzt dich keiner, es redet dir keiner drein und du kannst dich ganz auf dich selbst konzentrieren. Vermeide Experimente, die dich in gefährliche Situationen bringen könnten. Fahre eine Kurve ganz langsam an und versuche, sie so gut (nicht so schnell!) als möglich zu durchfahren.

(Das Tempo kommt erst dann, wenn du prinzipiell mit Kurven zurechtkommst!)

FALSCH:
Hier wird die Kurve früh angesetzt, der Scheitelpunkt (S) liegt in der Mitte der Kurve. Am Kurvenausgang kämpft man, um sprichwörtlich "die Kurve noch zu kriegen". Geht es schief, kommt man auf die Gegenfahrbahn oder landet in der Vegetation.

Kurve 1

Falsch

RICHTIG:
Langsam und spät in die Kurve einlenken. Zur Innenseite des Fahrstreifens ziehen. Der Scheitelpunkt liegt weiter hinten. Und die Kurve ist geschafft, noch ehe sie zu Ende ist.

Kurve 2

Richtig

Tipp 2
Die Kurve langsam anfahren und spät einlenken. Siehe da, es funktioniert! Wenn man den ersten kleinen Bogen hinter sich hat, kann man wieder vorsichtig Gas geben - vorausgesetzt, du hast die Kurve nicht schon an oder über dem Tempo angefahren, mit dem du zurecht kommst.

ACHTUNG:
Auf dem 2. Bild berührt die rote Linie fast die schwarze. In der Praxis wäre so eine Spur nur dann möglich, wenn die Fahrbahn blitzblank und am Rand keine Gegenstände (Pfosten, Zäune etc.) vorhanden wären - doch mit so einem Strassenzustand ist wohl auf keiner öffentlichen Strasse zu rechnen.

Tipp 3
Diese Ideallinie ist wirklich eine feine Sache - wären da nicht ... die Breite eines Motorradfahrers in der Kurve, Rollsplitt, Strassenverschmutzungen und nachfolgende Fahrzeuge.


So nah wie auf dieser Zeichnung darf höchstens dein Kopf, nicht aber der Reifen dem Fahrbahnrand kommen, denn in Schräglage wird ein Motorradfahrer fast so breit wie ein PKW - was speziell in Linkskurven gefährlich werden kann, da die obere Hälfte des Motorrades dann in die Fahrspur des Gegenverkehrs ragt.

Ausserdem ist besonders auf kurvigen Strecken immer (auch noch im Hochsommer!) auf der Seite oder in der Mitte der Strasse mit vom Winter oder von der letzten Streckensanierung zurückgebliebenem Rollsplitt zu rechnen.

In der Mitte der Fahrspur findet sich manchmal ein dunkler Streifen: Öl oder sonstiges schmieriges Zeugs, ein totes Tier oder Kuhfladen. Beim langsamen Anfahren der Kurve querst du ihn relativ gefahrlos. Am Ausgang der Kurve ist in der Ideallinie auch deine Sicht weit genug, um dich auf Gefahren einstellen zu können.

In einer Rechtskurve macht der nachfolgende Verkehrsteilnehmer (nennen wir ihn Autofahrer) wenig Probleme. Kritisch wird er in der Linkskurve, in der du ja zunächst nach rechts schwenkst, um dann zum Scheitelpunkt nach links zu ziehen. Der Autofahrer, dem eine Ideallinie ja egal ist, könnte hier dem Glauben verfallen, du schwenkst nach rechts, um ihn vorbei zu lassen. (Alles schon erlebt!) Dann knallst du ihm natürlich voll in die Seite, wenn du sein Überholmanöver nicht rechtzeitig checkst.

Tipp 4
Vor der Kurve in die Rückspiegel schauen!



Blicktechnik
Kann man gut bei einem Sicherheitstraining unter der Aufsicht eines Instruktors oder auf einem unbelebten Parkplatz mit Freunden üben. Meist merkt man selbst nicht, wie oft sich der Blick bei der Fahrt knapp vor dem Vorderreifen in den Strassenbelag bohrt.

Es ist schwer, eine allgemein gültige Angabe zu machen, wie weit man vorausschauen soll, ist doch gerade in einer Kurve vieles abzuchecken. Ich habe da einen einfachen Satz, den ich zu meinem Motorrad sage: "Dort wollen wir hin!" und ich schaue dabei so weit wie möglich in die Kurve hinein. Und siehe da, es fährt tatsächlich dorthin!

Angstkurven ...
nannte ich sie und meine damit Kurven, die vom Verlauf her gar nicht so schlimm sind, die man aber immer mit einem unguten Gefühl und unsicher fährt oder rechts der Fahrbahn befindet sich eine hohe Steinmauer, die den Blick anzieht - dort hinein will man nicht fahren! Und wohin man schaut, dort fährt man hin. Im Gehirn läuft dann irgendetwas unrund.
Wenn man seinen Blick ganz bewusst weg von der Mauer nach links lenkt und sie völlig ignoriert, fährt sich die Kurve ganz einfach.

Ebenso können Leitschienen, Mauern, Gräben oder anderes am Strassenrand den Blick anziehen. Hast du auch so eine "Angstkurve", dann prüfe, ob sich dort etwas befindet - wenn ja, hast du das Problem gelöst: Einfach nicht hinschauen, sondern den Kurvenausgang fixieren und denken: "Dort wollen wir hin!"

 

Fachwörter:

Ein Lowsider bezeichnet den Sturz eines Motorradfahrers nach Wegrutschen der Reifen durch mangelnden Kraftschluss zum Untergrund. Ein Lowsider ist daher ein typischer Sturz auf regennasser oder ölverschmierter Fahrbahn.

Grundsätzlich besteht beim Lowsider die zusätzliche Gefahr, dass die Reifen des bereits auf der Seite rutschenden Motorrads plötzlich wieder Haftreibung aufbauen, das ganze Fahrzeug sich schlagartig aufstellt und den Fahrer „im hohen Bogen“ kurvenaußen abwirft.

Ein Highsider ist ein Sturz, bei dem sich das Motorrad zur kurvenäußeren Seite überschlägt. Er entsteht, wenn ein Motorrad in Schräglage nach einer Rutschphase wieder Haftreibung, den sogenannten Grip, bekommt und sich dadurch ruckartig aufrichtet. In einigen Fällen wirkt das Motorrad dabei, ähnlich dem Stab im Stabhochsprung, als Hebel auf den Fahrer und katapultiert diesen aus dem Sitz. Der Name ''Highsider'' leitet sich von der Tatsache ab, dass das Motorrad auf seine ''"high side"'', also die Oberseite fällt.

 


 


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