Bienvenido a Mallorca!
Die Talayot-Kultur ist eine vor allem
durch Gebäudereste bekannte menschliche Siedlungsschicht
auf den Balearen.
Auf Mallorca werden diese Siedlungen auch clapers
de gegants (Steingelände der Riesen) genannt.
Geschichte
Um 1300
v. Chr. entstand auf Mallorca (Isla
Baleares) und Menorca mit
der Ankunft anderer Völker
aus dem östlichen Mittelmeer neue Konstruktionen,
die zusammen mit einem neuen Sozial- und Wirtschaftssystem
den letzten und reichsten Abschnitt der Vorgeschichte der
Balearen einleitet - die Talayot-Kultur. Der
Name Talayot, der volkstümlichen Ursprungs ist
und dem katalanischen Wort talia für Wach-
oder Beobachtungsturm entsprach, ist zum wissenschaftlichen
Begriff geworden.
Bauarten und Entwicklung
Das charakteristische Element dieses Zeitabschnittes
ist der Talayot, eine Bauart in Form eines Turms mit mittlerer
Kammer, wobei die Zyklopen-Technik benutzt
wurde.

Ses
Païsses Haupteingang der Siedlung
Der Grundriss kann sowohl rund, viereckig oder die Form
eines umgestülpten Schiffes (navetes) sein,
mit einem offenen Zugang in einer der Mauer. Die Kammern
wurden durch Aufschichtung von Steinblöcken geschlossen
oder mit grossen Steinplatten bedeckt, die auf den Seitenwänden
und auf einer Mittelsäule ruhten. Es gab auch Abdeckungen
eines kombinierten Systems von Steinen und Schlamm, getragen
durch Baumstämme. Einige Talayots, besonders die
mit viereckigen Grundriss, hatten übereinander gebaute
Etagen oder Stockwerke und wurden als Beobachtungstürme
benutzt. Innerhalb der baulichen Einheit gab es viele
Einzelvarianten.
Die Hauptbestimmung der Talayots ist bis heute noch nicht
völlig geklärt zu welchem Zweck sie gebaut wurden.
Ohne Zweifel gilt, dass sie unter anderem Wohnstätten
waren und das Stammesoberhaupt der Siedlung beherbergte.
Die ersten Jäger und Krieger aus dieser Zeit wahren
die Steinschleuderer Els
Foners Balears die auch der Inselgruppe den Namen
gaben. Steinschleudern bedeutet im griechischen "diu
ballein" und aus "ballein" wurde Baleares.
Um das erste
Jahrhundert v. Chr. kamen die ersten Einfriedungen
aus grossen Steinquadern auf, von denen die Siedlungen
zum Teil umgeben sind. Der Wall wurde
meist um die bereits schon vorhanden Talayots angelegt
(Capocorb Vell, im Gebiet von Llucmajor oder S`Illot,
im Gebiet von Sant
Lorenç). Bei weiteren Siedlungen wurde der
Wall direkt bei dem Bau der Siedlung mit angelegt wie Ses
Païsses, im Gebiet von Artà oder Es
Rossels, im Gebiet von Felanitx).
Die Bautechniken die sich auf den Mittelmeer-Inseln Korsika, Sardinien und Malta befinden
sind vergleichbar mit den Siedlungen auf Malloretwa
Zeitabschnitte und Kultur
- um 3500 v. Chr: Aus dieser Zeit stammen erste prähistorische Funde.
- um 2000 v. Chr: Vor-Talayotikum: Wohnstätten
Höhlen und Grabstätten.
- um 1800 v. Chr: Höhepunkt Vor-Talayotikum: Hütten
und künstliche Höhlen.
- um 1500 v. Chr: Ende des Vor-Talayotikum: Naveta (Bauten
in Form von umgedrehten Schiffsrümpfen), weiterentwickelte
Höhlen.
- um 1300 v. Chr: Talayotikum I. Einzelstehende
Talayot (Türme), Grabstätten unterirdisch.
- um 1000 v. Chr: Talayotikum II: ummauerte
Einfriedungen entstehen.um 800 v. Chr: Talayotikum
III: angebaute
Räume mit rechteckigem Grundriss, Hypostylos-Säle, Stieranbetung, Feuerbestattung,
Handel mit den Karthagern. Hallstatt-Zeit
(Ältere Eisenzeit),
(660) Gründung Ibizas).
- um 500 v. Chr. Talayotikum IV: Beerdigung
in Fötus-Position
(in Kalk), Nachbildung punisch-ibizenkischer
und römischenkeramischen Formen,
Sanktuarien, die offensive Bewaffnung (Schwerter, Messer, Lanzenspitzen)
sowie die Vielfalt der Werkzeuge nahm an Bedeutung zu.
Als Konsequenz dessen führte der Einfluss der mittelmeerländischen
Zivilisation zu einer allmählichen Veränderung
der einheimischen Kultur, was nicht nur an den Ausgrabungen
der Haushaltsgeräte, sondern auch bei den spirituellen
Lehren zutage tritt, wie beispielsweise bei Helden-
und Krieger-Ikonen (kleine Statuen, bekannt unter dem
Namen "Mars Balearicus") deutlich wird.
Fundorte auf Mallorca
Nachfolgende Fundorte sind aufgelistet nach den traditionell
Landschaften, Gemarkung comarques genannt, die
aber keine politischen Grenzen darstellen: Palma, Tramuntana,
Ponent, Llevant,
Pla, Raiguer,
Palma y Calvia
Palma, Son Oms (santuario), Son Oms Vell, Son Sunyer,
Es Rafal, Cas Quitxero, Navetiforme Alamany, Son Ferrer,
Sa Mesquida, Puig de sa Morisca, Son Miralles, Es Fornets,
Santa Ponça 6, Turó de ses Beies, Son Boronat,
Es Pinotells
Sud
Son Noguera, Es Pedregar, Capocorb Vell, Cala Pi, Es
Cap Sol, Ets Antigors, Na Guardis, Ses Talaies de Can
Jordi, Punta des Baus, Son Danús Vell
El Pla
Son Coll Nou, Son Fornés, Campanari des Moros,
Es Pou Celat, Es Baulenes, Es Velar de Son Herevet, Es
Rossels, Son Pou Vell, Son Homar, Es Pujolett, Son Perera
Vell, Es Racons, Son Ferragut, Son Corró, Es Turassot,
Son Vispó, Binifat, Cas Canar, Son Fred, Sa Vall,
Son Peretó, Es Boc Vell, Bellver Ric, Hospitalet
Vell, Sa Gruta, Cala Morlanda, S`Illot, Na Pol, N`Amer,
Llucamar, Pula
El Raiguer
Son Caulelles, Es Fideïcomís, Alcadena,
Can Peladet, Es Picó, S`Ermita, Santa Magdalena,
Son Sastre, Crist Rei, Gabellí
Costa Nordeste
Son Simó, Figuera Rotja, Can Daniel Gran, Can
Vidalet, Ternelles, Cala Sant Vinceç, Bóquer,
Les Arenes de Formentor, Llenaire, Molí de Vent,
Pollentia, Son Bauló, Son Real, Es Figueral de
Son Real, Son Marí, Son Serra de Marina, Sa Conova
de Morell, Can Blai, Can Pa amb Oli, Ses
Païsses , Canyamel, S`Heretat
Serra de Tramuntana
Son Matge, Son Mas, Son Oleza-Son Ferrandell, Puig de
sa Moneda, Son Gallard, Muleta, Sa Roca Rotja, Almallutx,
Cometa des Morts, Sa Granja, Son Puig, Son Serralta, Ses
Casotes, Es Pujol, Es Forn de Calç, Comasema,
Literaturhinweis
Zwischen 1869 und 1891 erschien
in Leipzig ein
neunbändiges Monumental Werk des berühmten Reisenden
Erzherzog Lluis
Salvador, es ist heute noch ein zuverlässiges
und genaues Zeugniss jener Epoche. Titel: Die Balearen
in Wort und Bild.
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